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Taschenbuch:
ISBN: 9783565187720
Inhaltsangabe: Der Kriminalhauptkommissar Martin Lüpke, Spitzname Lüppi, und sein Team ermitteln
in mehreren Fällen. Bei
jüngeren Leuten häufen sich die ungeklärten Todesfälle. Unter den Opfern befindet sich auch die Nichte eines Richters, die an den Folgen von zu viel MDMA, auch
bekannt als Ecstasy, stirbt. Nach einem Gespräch mit deren Schulfreunden rücken
zwei Discotheken ins Visier.
Eine befindet sich nahe der Essener Innenstadt und die andere ist in Mülheim
Monning. Fast gleichzeitig
geschieht etwas bei dem Richter Zuhause, der einen Ex-Apotheker frühzeitig aus
der Haft entlassen hat. Leseprobe: 20. November 1995,
Montag, 8.20 Uhr Heike und Gördi hatten
direkt am frühen Morgen einen größeren Fall von Waffendelikt auf den Tisch
bekommen. Lüppi selbst las mal wieder die Akten der Kolleginnen und Kollegen,
die er anschließend gegenzeichnen musste. Meik und Björn hatten noch mit den drei
ungeklärten Todesfällen zu tun. Aber als wenn das nicht schon genug wäre, so
bekamen sie von Lüppi auch noch zwei weitere Fälle dazu. Ihm fiel natürlich
schon auf, sie schienen noch kein Stück weiter zu sein. Warum das so war,
wusste er nicht, aber er hatte auch nicht vor, vor dem nächsten Tag
nachzufragen. Lüppi hoffte, bis dahin hätten sie etwas in der besagten Hand. „Hat Petra heute
Urlaub?“, erkundigte er sich. „Nein, sie ist da. Sie
sitzt in Eckerhard´s Büro mit einer ‚Spezial-Aufgabe‘.“ „Hinter geschlossener
Tür?“ „Ja, es geht um die
Akten vom Ex-Kollegen Adams, die sich seit nun mehr als drei Wochen dort auf dem Seitenschrank stapeln.“ „Ach so, wo unser
Polizeipräsident so dringend drauf wartet, um gegen den Herrn Adams das
Disziplinarverfahren einleiten zu können“, erinnerte sich Lothar dran. „Was gibt es
Schönes?“, wollte Lüppi von ihm wissen. „Was macht denn euer
Fall in Schuir? Ich habe gehört, er ist seit Freitag abgeschlossen“, sagte
Lothar. „Ja, ist richtig, die
Akte liegt hier. Möchtest du was hören?“ „Ja, klar…, natürlich,
erzähl mal.“ „Hertha Langheimer war
nicht mit dem Herrn Blumenthal verheiratet. Das hat sie allen nur weiß gemacht,
damit sie sich das Haus in Schuir aneignen konnte. Jetzt stellt sich ja die
Frage, warum war das Ganze denn dann, nicht wahr?“, fragte Lüppi ihn und wusste,
die Frage war Quatsch. „Selbstverständlich…,
und was war der Auslöser für das alles?“, fragte Lothar. „Hertha und Aron waren
ein heimliches Liebespaar, was Vater Blumenthal nicht gefiel. Im September ´43
hat Aron zu Hertha gesagt, sie wäre für ihn nur so eine Art nette ‚Gelegenheit‘
und er wäre nur mit ihr zusammen, weil nichts anderes oder besseres da sei. Sie
muss ihm dann, nach ihrer Aussage, wohl eine gescheuert haben. Sie war dann so
tief gekränkt und hat sich dann dazu entschlossen, nachdem sie auch noch deren
richtigen Namen herausgefunden hatte, einen Tag vor Weihnachten ´43, dem tollen
Aron, dessen wohl angeberischen Schwestern und den hochnäsigen „Mist!“ „Stimmt. Das Ehepaar
Novak musste sterben, weil er beim Büsche schneiden das Kellerfenster entdeckt
hatte und sich wohl gefragt haben muss, was das für ein Kellerraum ist. Er ist
dann wohl runtergegangen und hat hinter dem Schrank den Zugang entdeckt. Später
hat er seine Frau dazu gerufen und beide haben das Herthalein zur Rede
gestellt. Sie hat beide im Keller eingesperrt. Ihr Sohn Oskar wusste davon, hat
auch versucht seine Mutter davon abzubringen die Novak´s dort nicht sterben zu
lassen, konnte sich aber nicht gegen seine Mutter auflehnen.“ „Was ist mit uns?
Warum hat er nicht den Notruf 110 gewählt?“ „Keine Ahnung, weil es
seine Mutter war, nehme ich mal an. Unter den Toten sind übrigens Mutter
Blumenthal mit ihren vier Töchtern, die alle fünf das KZ überlebt haben, im
Gegensatz zu Aron und deren Ehemann. Hertha hat alle mit, wie sie sie selbst
bezeichnet hat, ihrer ‚Spezial-Suppe‘ mit den Schoten des Goldregen-Baums
vergiftet. Die zwei gefundenen
Soldaten sind ihr eigener Bruder Peter Schillo und dessen
Kriegsgefangenkumpel Erich
Altemeier. Die darunter gefundenen Gebeine stammen wohl von ihrer eigenen
Mutter. Alle schienen ihr Vorwürfe gemacht zu haben und haben alle ihre
‚Spezial-Suppe‘ mit den Schoten des Goldregen-Baums gegessen. Die männliche Wachsleiche war der
Friederich Maier, ein Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes, der herausgefunden
hatte, sie war nie mit dem Aron verheiratet und musste deshalb auch sterben, er
wurde erstochen. So und nun bleibt nur noch die skelettierte
Leiche des Briefträgers Heribert Ilshof übrig, dem seine Neugierde zum
Verhängnis wurde.“ „Das ist ja der
Wahnsinn!“, sagte Lothar. „Das habe ich auch
gesagt. So und nun meinst du bestimmt, das waren die von uns gefundenen zwölf
Toten, nicht wahr?“ „Ja, es waren zwölf,
wieso…, was kommt jetzt noch?“ „Es waren nicht zwölf,
sondern von Hertha wissen wir, es waren dreizehn Opfer!“ „Wer bitte ist denn
der dreizehnte?“ „Ihr eigener Ehemann
Hubertus Langheimer. Der wusste von alldem und wollte nach Jahrzehnten doch
einfach nicht mehr den Mund halten. Das war doch nicht richtig, so dachte sich
das Herthalein. Und deshalb hat sie mit den sehr bewerten Schoten des
Goldregen-Baums ihm sein Lieblingsessen gekocht. Er aß wohl sehr gerne Chili con Carne.“ „Das ist ja der
Hammer!“, sagte Lothar recht laut. „Herthalein meinte in
der Vernehmung noch, dafür wäre er der Einzige gewesen, der nicht an der
‚Spezial-Suppe‘ gestorben ist und dies wäre auch etwas. Sie war übrigens ganz
stolz darauf, dass der Notarzt nichts von der Vergiftung bemerkt hat.“ „Er ist also ganz
normal beigesetzt worden?“ „Ja, richtig, da es
der Notarzt und der Bestatter nicht bemerkt haben.“ „Da fehlen einem die
Worte“, fand Lothar und fragte. „Mache ich nachher,
wenn ich mit den fünfen hier durch bin“, antwortete er. „Ruf mich bitte an,
wenn du damit fertig bist“, bat Lothar und ging wieder. Montag, 9.25 Uhr Marcel kam mit Mario
ins Büro und vermisste ebenfalls Petra. Heike und Gördi saßen noch immer an
ihren Schreibtischen. Marcel schaute sich um, er sah und hörte wie Meik
telefonierte. Björn war auch nicht am Platz. „Wie ist das Urteil im
Prozess von Bettina Reiland ausgefallen“, erkundigte sich Lüppi. „Das Schwurgericht hat
auf Mord nach § 211 StGB befunden“, lautete die Antwort. „Also lebenslänglich“,
resümierte Lüppi. „Ganz genau.“ „Was macht der Fall
der Eheleute Novak?“ „Die Akte liegt hier
und ich wollte jetzt meinen Satz darauf schreiben“, antwortete Lüppi. „Dann hole ich mal Petra“, sagte Mario und wusste,
dass sie sich in Eckerhard´s Büro befand. „Ich lese es mal vor“,
sagte Marcel zu allen und nahm die Akte zur Hand. ‚Ein erneuter Fall,
der zu einem bekannten Spruch passt. Sie geht über Leichen. Die beiden Opfer,
Frau und Herr Novak, sind leider das Ende einer langen Mordserie geworden, wie
man sie noch nie „Wie immer ein sehr
guter Abschlusstext“, fand Lothar. „Danke“, sagte Lüppi. „Ich komm gerade vom Polizeipräsidenten“,
informierte Lothar und sagte weiter in Lüppi´s Richtung. „Der Name Dr. Werner
Mechendanz sagt dir etwas?“ „Den Namen habe ich
erst letztens noch gehört…“, antwortete er und dachte nach. „Das ist einer der
beiden Club-Präsidenten vom EGgL“, ließ Gördi von sich hören. „Richtig, Herr
Schwarz“, bestätigte der Kriminaldirektor. „Ist dieser Dr.
Mechendanz nicht Richter in Bochum?“, fragte Lüppi nach. „Stimmt genau.“ „Und…, was ist mit
ihm?“ „Der wohnt in
Heisingen, müsst ihr wissen“, antwortete er und verzog sein Gesicht und schien
nicht weiter sprechen zu wollen. „Wie schön für ihn,
und?“ „Ihm ist heute Nacht
ein abgetrennter Schweinekopf vor seiner Tür abgelegt worden und von unserem
Polizeipräsidenten soll ich dir ausrichten, er bittet dich mein Lieber, du
sollst dich bitte mit deinen Leuten darum kümmern und in dem Fall ermitteln.“ „Ist das dessen
Ernst?“ „Ja, ich mach keinen
Spaß.“ „Verrätst du mir auch
noch warum wir von der Kriminalinspektion 1 das tun sollen und nicht die Streifenkollegen, was im Übrigen, wie du auch
weißt, nicht zu unserer Aufgabe gehört. Oder denkt unser Polizeipräsident,
wir könnten im Mordfall des toten Schweins ermitteln?“, fragte Lüppi etwas sarkastisch nach. „Ich kann nichts
dafür. Die Streifenkollegen sind seit einer Stunde vor Ort.“ „Herr Bäumler“, sprach
Heike ihn an. „Ja, genau, der ist
das“, antwortete Lothar und ergänzte. „Echt…, fragt man sich
das? Wie sagte schon der große Philosoph F. Hüfner aus Altenessen?“, fragte
Lüppi, um direkt selbst die Antwort zu geben. „Fahrt ihr zwei bitte
nach Heisingen“, bat er sie. „Und was ist mit dem
Waffendelikt?“, fragte Gördi nach. „Hat dann wohl noch
Zeit, meint unser Polizeipräsident“, antwortete er. „Äh, entschuldige mal bitte, wenn ich das jetzt sage, aber der Herr Dieckhoff, unser Polizeipräsident, möchte das
du dich selbst darum kümmerst“, informierte Lothar ihn. „Vergiss es…, kommt
überhaupt nicht in Frage. Die zwei oder gar keiner“, erwiderte Lüppi und der
Kriminaldirektor bemerkte, dass ihm das aber mal so richtig quer ging. „Hat er wieder einen
Anruf vom OB bekommen?“ „Möglich!“, antwortete
Gördi. „Vielleicht dreht sich
ja wieder etwas in Richtung der EGgL“, konnte sich Heike vorstellen. „Womit wir auch noch
nicht fertig sind“, ergänzte Marcel. „Wenn dem so sein
sollte, dann werdet ihr das herausfinden“, war sich Lüppi sicher. „Was habt ihr sonst
noch für Fälle?“, wollte Marcel wissen. „Außer dem Waffendelikt und den inzwischen fünf ungeklärten Todesfällen, bis dato nichts“,
antwortete Lüppi ihm. „Den Richter Dr.
Mechendanz mit dem abgetrennten Schweinekopf in Heisingen nicht zu vergessen“,
warf Lothar mit einem breiten Lächeln ein. „Das ist kein Fall,
sondern nur ein dummer Scherz“, erwiderte er. „Was sind das für
ungeklärte Todesfälle?“, fragte Mario nach. „Meik“, sprach Lüppi
ihn an. „Björn ist bei einem
Hausarzt in Kettwig. Das ist einer von den ersten drei Fälle und ich schau mir
die zwei neuen an. Wir glauben, es könnte bei den dreien von letzter Woche
vielleicht einen Zusammenhang geben.“ „Inwiefern?“, wollte
Lothar erfahren. „Es handelt sich bei
allen dreien um junge Leute. Zwei Männer und eine Frau.
18 Jahre, 21 Jahre und die Frau 19 Jahre alt. Der 18-Jährige ist von seiner
Mutter am Morgen geweckt worden. Da ging es ihm schon sehr schlecht. Sie hat
daraufhin den Hausarzt angerufen, der auch sofort kam. Während er da war ist
der junge Mann in seinem Beisein verstorben. Der 21-Jährige ist von seinen
Mitbewohnern einer WG gefunden worden. Die haben den Notarzt gerufen, der aber
nur noch den Tod feststellen konnte. Die „Das ist doch eine
größere ehemalige Industriehalle, nicht wahr?“, fragte Lothar nach. „Ja, ist richtig“,
bestätigte Mario. „Kennst du diesen
‚Palast‘?“, fragte Marcel ihn. „Ja, ich war da mal
eine Zeit lang des Öfteren, so bis vor 2-3 Jahren.“ „Was weißt du
darüber?“, wollte Meik wissen. „Ich weiß, bis vor 2-3
Jahren konnte man in der obersten von vier Etagen Drogen kaufen. Die Etagen
sind so eine Art der umlaufenden Galerie. An der Treppe ganz oben standen immer
1-2 dunkle Gestalten, die einen fragten, was man dort wolle. Das es dort Drogen
zu kaufen gab, wussten alle. Im ‚Techno Palast‘ treten bekannte und unbekannte Band´s auf. Früher hieß der auch mal anders,
den Namen weiß ich aber jetzt nicht.“ „Dann liegt jetzt der
Verdacht nahe, die sind alle drei an Drogen gestorben“, überlegte Marcel laut. „Und würde ja mit in
den Bereich von Ulrike´s KK12 fallen“, sagte Lüppi und fragte Meik. „Gleiche Altersgruppe,
gleiches plötzliches Ableben. Muss ich mir aber noch genauer anschauen“,
antwortete der Gefragte. „Warum liegen die fünf
Fälle jetzt hier bei euch? Da kümmern sich doch sonst Frau Engels
und die Herren Jung und Cremer drum?“, fragte Lothar nach. „Weil wir bis jetzt
nichts anderes hatten und die drei viel zu tun haben, deshalb habe ich den
beiden die fünf Fälle gegeben“, antwortete Lüppi und meinte Meik und Björn
damit. „Dann sollte ich mal
bei den dreien nachfragen gehen, ob die ähnliche Fälle haben“, überlegte Meik
laut und war im Begriff loszugehen. „Ich wusste gar nicht,
dass Mario Techno hört“, sagte er erstaunt. „Dass Petra und er
andere Musik hören als das was im Radio läuft, das wusste ich zwar, was ich
aber nicht wusste, dass man das Techno nennt“, sagte Lüppi dazu. „Ja, schau mal, dann
lernst du jetzt noch was dazu.“ „Jaaa…, da freue ich
mich jetzt aber drüber…, aber so was von, ich bin schon ganz entzückt.“ „Das kannst du aber
gut verbergen, also, ich meine deine Wahnsinnsfreude“, sagte Marcel und es fiel
ihm etwas ein. „Möchtest du, dass ich
jetzt nachfrage, was mich so freuen wird?“ „Au ja, frag mich doch mal!“ „Lieber Herr
Oberstaatsanwalt, hätten Sie die Wahnsinns Güte mir mitzuteilen, wovon Sie
annehmen, es würde mich mit einer großen, nein…, ich korrigiere, mich sehr groß
und tierisch freuen. Wobei ich mir da gerade die Gewissensfrage stelle, welches
Tier, dessen Freude ich wohl haben werde, es sein könnte. Ist es die Freude
eines Meerschweinchens beim fressen oder möglicherweise die Freude einer Katze
beim Mäuse fangen, wenn sie gerade ihre Krallen in das Rückenfell der Maus
rammt und sich auf ihren Leckerbissen freut oder könnte es womöglich auch die
Freude einer Kuh sein, wenn sie mit ihrem vollen Euter im Stall steht und der
Bauer anfängt sie melken“, sagte Lüppi wortreich. „Was war das denn?“,
fragte Petra die zwei und ging zu ihrem Schreibtisch. „Hallo Petra, dein
Vater möchte gerne von mir wissen, was ihn als nächstes so tierisch freuen
wird“, informierte Marcel sie. „Dann lasst mich mal
raten…“, sagte sie, machte ein nachdenkliches Gesicht und riet. „Ach, nee nä, nicht
schon wieder…“, sagte Lüppi und schaute zu Marcel, der nur mit seinem Kopf
nickte. „Welcher Fall und
wann?“ „Dein Fall oder
richtiger gesagt, Gerhard´s und dein nächster Fall nach Ostern diesen Jahres“,
sagte Marcel und machte es damit spannend, wo Lüppi ja so richtig draufstand. „Der Fall Erik Metzer?“, fragte Lüppi. „Ganz genau, es ist
die Anklage gegen Eberhard Lehmann. Die Vorladung bekommst du heute noch
zugestellt. Der Verhandlungstermin ist für den 29.11. angesetzt.“ „Der 29. ist bitte
wann?“, stellte Lüppi die Frage und schaute auf den Wandkalender, der zwischen
Petra´s und Heike´s Schreibtischen an der Wand hing. „10 Uhr, den Vorsitz
wird Dr. Feldbinder haben.“ „Das ist ja wenigstens
etwas“, fand Lüppi. „Darf ich dann wieder
mit?“, fragte Petra. „Der Fall ist
eigentlich Glasklar, es wird nicht notwendig sein, dass du mitkommst.“ „Oh…! Der
Gerichtstermin Bettina Reiland hat mir aber gut gefallen und ich könnte mir
vorstellen, ich würde bestimmt dabei auch noch was lernen können“, versuchte
sie ihn davon zu überzeugen. „Lüppi, da hat Petra
aber recht, du musst doch euren Nachwuchs fördern!“, sagte Marcel. „Was ist denn mit euch
beiden los?“, erkundigte sich Lüppi. „Ich möchte gerne noch
mal mit“, wiederholte sie ihre Bitte, mit verstellter Stimme in Form eines
kleinen Mädchens. „Ich denke drüber
nach“, erwiderte er. „Ich denke, ich geh
mal wieder rüber“, sagte Marcel und hob die Hand zum Gruß als er ging. „Und, was führt dich
hierher?“, wollte Lüppi von ihr erfahren. „In deinem anderen
Büro gibt es keine Textmarker, deshalb musste ich mir jetzt extra den weiten
Weg hierher machen“, antwortete sie mit einem breiten Lächeln im Gesicht. „Beschwer dich bei
Eckerhard“, sagte er ihr lapidar und hielt ihr die abgeschlossene Akte zum Lesen
hin, die sie entgegennahm und den Abschlusstext las. „Der Abschluss ist
auch wieder gut.“ „Wofür brauchst du
einen Textmarker?“, fragte Lüppi sie. „Um Textzeilen zu
markieren“, antwortete sie und hatte sichtlichen Spaß an ihrer Antwort. „Sag einmal, hast du heute
Morgen einen Clown gefrühstückt?“ „Nö, ich habe noch gar
nicht gefrühstückt und um genau zu sein, unser Brot war heute Morgen
schimmelig, heißt, ich habe nichts zu essen dabei und werde heute
wahrscheinlich verhungern…, schnief.“ „Oh, du armes Kind.
Was machen wir denn da jetzt?“, fragte Lüppi und hatte nicht mit einer solchen
Antwort gerechnet, die er aber bekam. „Das kann ich dir
verraten. Du bist jetzt mal ein ganz lieber Papa und gehst deiner lieben
Tochter ein oder noch besser zwei leckere belegte Brötchen aus der Kantine
holen. Bitte zwei Mal mit Käse. Das wäre ganz lieb von dir und ich nehme jetzt
diesen Textmarker und markiere alles, wo ich glaube, dass der Adams etwas
Illegales gemacht hat“, sagte sie und war extrem auf seine Reaktion gespannt. – Oh, kacke, was kommt
denn jetzt? – dachte sie. „Für meine
herzallerliebste Tochter gehe ich doch gerne in die Kantine und hole dir auch
fünf Brötchen.“ „Echt, machst du das
jetzt wirklich?“ „Na, klar doch. Geh du
zu den Akten mit deinem gelben Textmarker, ich komm gleich zu dir.“ „Danke schön, das ist
ja lieb von dir“, erwiderte sie und hatte nicht mit dieser Reaktion gerechnet. Montag, 8.45 Uhr Heike und Gördi waren
mit dem Ford Sierra
Kombi an dem recht repräsentativen Bungalow in der Straße
Voßbergring von Dr. Mechendanz angekommen. Der Bungalow befand sich in einer
Reihe von mehreren hellen Bungalows. Auf der rechten Seite war eine
Doppelgarage zu sehen, davor parkte ein Range Rover. Ein Streifenwagen stand an
der Straße vor der Zufahrt auf das Grundstück des Richters. Gördi hielt den
Sierra auf der linken Seite des Grundstücks vor dem Bungalow an. Beim
Aussteigen fiel beiden sofort das Blut vor dem Eingang zum Haus auf. Der
besagte Schweinekopf lag etwas weiter vom Eingang entfernt. Der Größe des
Kopfes nach zu urteilen, handelte es sich um einen Eber. Beide sahen beim
Näherkommen, die Haustür stand leicht auf. Heike drückte auf den Klingelknopf
und beide warteten. Es dauerte bis eine sehr schlanke Frau um die 50zig an die
Haustür trat und fragte. „Ja, bitte?“ „Guten Morgen. Ich bin
Frau Buhrmann von der Kriminalinspektion 1 und neben mir steht mein Kollege
Herr Schwarz. Darf ich fragen wer Sie sind?“ „Martina Mechendanz,
aber kommen Sie doch bitte herein“, sagte sie, drehte sich um und ging vor. „Sie sind der Herr
Lüpke?“, fragte er Gördi. „Nein, ich bin der
Herr Schwarz.“ „Und wo ist der Herr
Lüpke?“ „Er ist nicht
mitgekommen, dafür sind wir hier“, erwiderte Gördi mit leicht erhobener Stimme
und einem Anflug von Säuerlichkeit. „Ja, wie, der
Oberbürgermeister hat doch mit dem Michael gesprochen und der wollte seinen
besten Mann schicken. Warum kommt dieser Lüpke denn dann nicht?“ „Weil ein Kriminalrat
möglicherweise etwas Wichtigeres zu tun hat als sich um einen Fall eines
geköpften Schweins zu kümmern“, haute Heike in einer Tonlage heraus, aus der
ein jeder entnehmen konnte, allein die Frage ging ihr schon gegen den Strich. „Was bitte heißt denn,
der Herr Lüpke ist Kriminalrat?“ fragte Frau Mechendanz nach. „Ja, wie, Kriminalrat?
Uns wurde gesagt er wäre ein normaler Kommissar“, ergänzte Dr. Mechendanz die
Aussage seiner Frau. „Er ist der ‚Erster
Kriminalhauptkommissar‘ der KK11 und kommissarischer Kriminalrat der Kriminalinspektion 1“, erklärte Gördi mit Stolz
im Ton. „Beides
gleichzeitig?“, fragte der Richter ungläubig nach. „Ja, ganz genau,
beides gleichzeitig“, bestätigte Heike. „Alle Achtung, das ist
eine sehr große Aufgabe für einen alleine“, fand der Richter. „Nicht für Lüppi, der
macht das mit links und ermittelt in den kompliziertesten Fällen auch noch mit.
Er ist sich noch nicht einmal für eine Hausdurchsuchung zu fein“, sagte der
jüngere der beiden Streifenbeamten. „Selbst bei einem
morgendlichen Einsatz den seine KK11 betrifft ist er um 6 Uhr morgens bei der
Vorbesprechung dabei. Das habe ich selbst dieses Jahr noch erlebt“, sagte der
ältere der beiden. „Was sagten Sie
gerade…, wie haben Sie ihn genannt?“ fragte der Richter nach. „Lüppi oder auch sehr
gut bekannt unter Kommissar Lüppi“, antwortete der jüngere. „Der Kommissar Lüppi,
der eine fast 90-prozentige Aufklärungsquote hat?“ „Das war mal vor
langer Zeit, mit den 90%“, sagte Heike und Gördi ergänzte. „Dann liegt doch da
bestimmt eine Verwechslung vor? Dann kann doch nicht dieser Herr Lüppi gemeint
gewesen sein“, glaubte Frau Mechendanz. „Wahrscheinlich schon,
nur das wird ihm hier bei uns nicht anspruchsvoll genug sein“, war sich der
Richter sicher. „Von welcher Abteilung
sind Sie beide denn dann?“, fragte die Frau. „Ich bin
Kriminalhauptkommissar und der Stellvertretende ‚Erster Kriminalhauptkommissar‘
der KK11“, antwortete Gördi und Heike ergänzte. „Ich bin
Kriminaloberkommissarin und auch von der KK11.“ „KK11 ist doch die
Mordabteilung, nicht wahr?“, wusste Frau Mechendanz. „Unter anderem, neben
Brandermittlungen, Umwelt- und Waffendelikten“,
antwortete Heike. „Und sie beide sind
jetzt für Umweltdelikte zuständig, darf ich mal annehmen“, glaubte sie auf
Grund des Schweinekopfes. „Nö, wir arbeiten mit
Kommissar Lüppi zusammen bei den Tötungsdelikten“, antwortete Gördi nun wieder. „Ja…, aber warum
kommen Sie denn dann zu uns?“, fragte sich Frau Mechendanz. „Das hat sich Lüppi
und wir uns auch gefragt. Wir zwei sind dann aber trotzdem zu Ihnen gekommen,
auch wenn wir nicht wissen, was ausgerechnet wir hier für Sie tun können“,
sagte Heike. „Bei dem Namen Lüppi,
habe ich immer gedacht, es würde sich dabei um einen Nachnamen handeln und der
Herr Lüppi würde französische oder belgische Wurzeln haben“, gestand Dr.
Mechendanz. „Da sind Sie nicht der
Erste, der das gedacht hat“, wusste Gördi zu berichten. „Verraten Sie uns doch
jetzt mal bitte, was genau passiert ist“, bat Heike nun. „Wir haben heute
Morgen, wie jeden Morgen, zusammen einen Tee getrunken und ich bin mit der
Tasse hierher nach draußen auf die Terrasse gegangen. Dabei habe ich bemerkt,
dass all die schönen Winterblumen, die meine Frau immer so liebevoll pflanzt,
platt getreten worden sind“, schilderte Dr. Mechendanz und seine Frau ergänzte
noch. „Es muss also jemand
fremdes hier bei uns im Garten gewesen sein.“ „Davon ausgehend, dass
es keiner von ihnen beiden gewesen ist, werden sich die Blumen wohl nicht
selbst zertrampelt haben“, sagte Gördi mit einem Lächeln im Gesicht. „Das versteht sich ja
wohl von selbst, dass nicht mein Mann oder ich die schönen Winterblumen
zerstört haben. Und ich war noch so froh, als ich sie im Gartencenter bekommen
habe“, sagte Frau Mechendanz leicht empört. „Sie meinen die gelben
und lila Blumen dort?“, fragte Heike nach und deutete auf ein rundes
Blumenbeet, ein Stück von der Terrasse entfernt. „Ja, natürlich die…,
sehen Sie vielleicht noch andere Winterblumen hier?“ „Ich habe gedacht, die
wären noch vom Sommer übriggeblieben und würden deshalb da so liegen“, gestand
Heike. „Ja, aber…, man sieht
doch das es Winterblumen sind!“ „Nö, sehe ich nicht,
ich kenn mich mit Grünzeug nicht aus! Was sollen denn das für Blumen sein?“ „Das sind
Winteralpenveilchen“, sagte Frau Mechendanz und sich nach links umdrehend. „Verraten Sie mir doch
mal bitte, wer macht so etwas?“, fragte sie kurze Zeit später. „Wenn Sie eine
Vermutung haben, dann sagen Sie uns die bitte“, bat sie im nächsten Augenblick. „Sag du“, gab Heike
den Hinweis an Gördi. „Wir könnten uns
vorstellen, es hat mit dem Bochumer Apotheker Herrn Stievens zu tun, der
letzten Freitag nach nur 5 von 15 Jahren frühzeitig aus der Haft entlassen
worden ist“, gab Gördi die Annahme preis. „Ist dieser Herr Stievens nicht der Apotheker,
der bei Krebs-Arzneimittel gepanscht hat, wo durch
42 Menschen verstorben sind, die alle mit der richtigen Krebsbehandlung noch
leben könnten? Meinen Sie den?“ „Ja, genau den meinen
wir. Es waren aber 45 Menschen.“ „Und wieso ist ein
solcher Verbrecher wieder frei und läuft draußen rum? Verraten Sie mir das mal,
bitte“, kam es von Frau Mechendanz schon aufgebracht. „Da fragen Sie die
Falschen. Diese Frage stellen Sie mal lieber Ihrem Mann“, antwortete Gördi und
schaute zu ihm. „Werner…, was bitte
meinen die beiden Kriminalbeamte damit?“, kam es von ihr in einem Ton, der
nicht mehr der freundlichste war. „Darüber sprechen wir
nachher“, gab er ihr zur Antwort. „Deine ach so
geliebten Ausflüchte funktionieren heute nicht und komm mir jetzt nicht auf die
Idee, wegen der vier Beamten nicht darüber sprechen zu wollen, alle außer mir
scheinen ja schon davon zu wissen“, legte sie nach. „Nicht jetzt!“, kam es
von ihm. „Ich habe dir gerade
gesagt, heute keine deiner geliebten Ausflüchte.“ „Silentium!“ „Nein, kein Silentium!
Du vergisst wohl, dass du hier nicht in deinem Gerichtssaal bist! Also, mach
den Mund auf!“ „Das können Sie beide
ja gleich klären, wenn wir wieder weg sind“, gab Heike den Hinweis. „Was passiert denn
jetzt weiter?“, fragte Frau Mechendanz aufgebracht weiter. „Die Kollegen werden
eine Anzeige wegen Sachbeschädigung schreiben und das war es dann“, antwortete
Heike ihr. „Aber den Schweinekopf
nehmen Sie doch mit und lassen ihn auf Fingerabdrücke untersuchen?“ „Darauf wird man keine
Fingerabdrücke finden können, das ist zwecklos.“ „Ja, wie… und was
machen wir jetzt mit dem Kopf?“ „Wegschmeißen…!“ „In den Ascheneimer
oder wie?“, fragte sie und meinte die Rest-Mülltonne damit. „Ja, zum Beispiel.“ „Und wer bitte macht
den Dreck vor unserer Haustür weg?“ „Einer von Ihnen
beiden“, antwortete Heike und Gördi ergänzte. „Dazu habe ich jetzt
keine Zeit mehr. Ich muss jetzt zu Gericht“, sagte Dr. Mechendanz und verließ
augenblicklich die Terrasse. „Ich glaube, dass ist
für den Dr. Mechendanz aber noch nicht ausgestanden.“ „Ich kann die Frau gut
verstehen, er entlässt einen Straftäter frühzeitig und sie kann sich nun mit
den Folgen herumschlagen. Da würde ich mich an Ihrer Stelle auch bei ihm
bedanken“, konnte der jüngere Streifenbeamte nachvollziehen. „Ihr werdet nicht das
letzte Mal hier gewesen sein“, prophezeite Gördi den beiden Kollegen. „Das steht zu
befürchten“, bestätigte der ältere Beamte. „Na, gut, dann fahren
wir zwei Mal wieder“, sagte Gördi und alle vier betraten danach einer nach dem
anderen den Wohnbereich wieder. Montag, 8.50 Uhr Meik sprach mit Lüppi
von Schreibtisch zu Schreibtisch. Das Thema waren die fünf ungeklärten
Todesfälle. „Mario und ich waren
doch vorhin bei den dreien, die sich sonst immer um die ungeklärten Todesfälle
kümmern“, sagte Meik und wartete auf eine Bestätigung in Form eines Ja´s. „Jo, weiß ich…, und?“ „Die drei haben auch
Fälle, die in die Richtung gehen könnten. Dabei geht es aber auch noch um eine weitere
„Und die drei wissen
bereits, dass dort Drogen verkauft werden?“, fragte Lüppi nach. „Nach Aussage von Elke
sind deren Opfer im ‚Lila Elefant‘ und bzw. oder ‚Techno Palast‘ gewesen. Dieter und Bernd sind beide der
Meinung, dass nicht in der Diskothek ‚Lila Elefant‘ die Drogen verkauft werden,
sondern auf dem nahegelegenen Parkplatz auf der Duisburger Seite. Auf dem
Parkplatz, der im Übrigen im Wald liegt, sollen nicht nur Drogen zu kaufen
sein, es sollen dort auch ‚leichte Mädchen‘ auf ihren Klappstühlen sitzen.“ „Auf dem Parkplatz ist
ein Straßen-Strich und wer verkauft die Drogen dort? Die Prostituierten aber
nicht, oder?“ „Nein, die Drogen
bekommt man weiter oben näher an der Monning und die Prostituierten stehen bzw.
sitzen weiter unten am Ende des Parkplatzes.“ „Das heißt dann, der
eine oder andere geht oder fährt dann zu dem Parkplatz und holt sich dort die
Drogen für einen geilen Abend im ‚Lila Elefant‘…, oder wie muss ich mir das
vorstellen?“ „Fast richtig. Laut
unserem Kollegen Bernd, der auch des Öfteren im ‚Lila Elefant‘ ist, parkt man
seinen Wagen auf dem Parkplatz ganz oben nahe der Monning und geht keine 400
Meter bis zur Diskothek. So macht er das auch. Er sagt, er hat auch den Kollegen
in Duisburg Bescheid gegeben, was dort die Drogen angeht, aber von dort hat er
nur zu hören bekommen, sie wüssten es, könnten aber nichts machen.“ „Das hast du jetzt
aber falsch verstanden…, hoffe ich… oder?“ „Du meinst, die
Duisburger Kollegen hätten nicht zu Bernd gesagt, sie könnten nichts machen…?“,
fragte Meik nach. „Genau!“ „Doch, haben sie.
Bernd meinte noch, Zitat, der Kollege, mit dem er telefoniert hat, hätte
gesagt, sie würden gegen Windmühlen kämpfen. Zudem sei man wohl froh, dass der
Straßenstrich sich dorthin verlagert hat und nicht irgendwo anders hin,
innerhalb der Stadt.“ „Kaum zu glauben…, da
fehlen einem ja die Worte.“ „Die drei haben vier Fälle von unter Mitte dreißigjährigen, die alle am
Vorabend im ‚Lila Elefant‘ waren und auf dem Nachhauseweg oder Zuhause
gestorben sind.“ „Ich habe das jetzt
richtig verstanden, die Duisburger Kollegen müssen sich also um ihr
Drogenproblem auf ihrer Seite nicht weiter kümmern, weil alle Drogenkonsumenten
ihre gekauften Drogen mit über die Stadtgrenze nach Mülheim nehmen und auch
alle dort ihre Probleme bekommen und natürlich gibt es keine Duisburger, die in
die Diskothek ‚Lila Elefant‘ gehen. Nee…, is klar!“ „Natürlich gehen in
den ‚Lila Elefant‘ nur Menschen aus Mülheim und Essen!“, sagte Meik in einem
Tonfall der blanken Ironie. „Und das ist so, weil
wir hier hauptsächlich für die beiden Städte Essen und Mülheim an der Ruhr
zuständig sind und deshalb fahren dort selbstverständlich keine Duisburger,
keine Bochumer, keine Oberhausener oder Leute aus anderen Städten hin, das ist
ja klar“, sagte Lüppi und beteiligte sich an dem ‚geistigen Schwachsinn‘ mit
einem Lächeln und Kopfschütteln. „Ja, dann! Was hältst
du davon, am besten ist, wir treiben die jeweiligen Freunde der Verstorbenen
auf und versuchen mit denen zu klären, was die uns zu den Drogen sagen können.“
„Macht das mit den
dreien da vorne zusammen“, bestätigte Lüppi die Überlegung und meinte Elke
Engels, Dieter Jung und Bernd Cremer damit, die sich nur mit ungeklärten Todesfällen
beschäftigten. Montag, 9.15 Uhr Die beiden
Streifenkollegen, Heike und Gördi standen mit einem entsetzten Richter vor dem
Bungalow des Hauses und schauten fassungslos auf den Range
Rover von ihm. Dieser war inzwischen mit roter
Farbe auf der Fahrerseite besprüht worden. Der oder die Täter schienen aber
gestört worden zu sein, da bei dem Wort ‚Mörder‘ der
letzte Buchstabe fehlte. „Als Sie vorhin das
Haus verlassen wollten, haben Sie jemanden bemerkt?“, fragte einer der
Streifenbeamte. „Nein, ich habe
niemanden gesehen…, auch nicht weglaufend“, war die Antwort von Dr. Mechendanz. „Frage, als Sie die
Haustür geöffnet haben, sind Sie sogleich auch aus dem Haus gegangen oder hat
es von dem Öffnen bis zu Ihrem Heraustreten etwas gedauert?“ „Mmh…, ich habe die
Tür geöffnet, aber nicht ganz, da mir einfiel, ich hatte meinen Autoschlüssel
nicht dabei. Den habe ich geholt und habe dann die Tür ganz geöffnet und bin
rausgegangen“, antwortete er. „Wie lange hat denn das
Schlüssel holen gedauert?“ „Keine Ahnung, ein
paar Sekunden. Ich musste den Schlüssel erst in der Kommoden-Schublade suchen,
da meine Frau den immer da reinschmeißt.“ „Wir rufen am besten
die Spurensicherung“, machte der junge Kollege den Vorschlag. „Tun Sie das, ich
nehme dann den Wagen meiner Frau“, sagte der Richter und ging wieder ins Haus. Montag, 10.00 Uhr Bernardo Carbone,
Maria Damico, Michele Alessandro Mascali und Gianna Rizzi befanden sich am
Frühstückstisch als ein Anruf von Gianna´s Freundin Melanie Zenatti kam. Die
Immobilienmaklerin hatte auf Michele´s Wunsch hin einen kurzfristigen Termin
für den nächsten Tag beim Notar ausgemacht, damit Bernardo und Michele das
Haus, in dem sie nun lebten, kaufen könnten. Es war derselbe Notar, der auch
den Kauf des Hotel´s mit dem Restaurante Bella Italia schon notarisch betreut
hatte. Der eigentliche Grund ihres Anrufes kam als Überraschung zum Schluss. Wie Sie ja bereits aus
den vorherigen Bänden wissen, wurde die nachfolgende Unterhaltung auf
Italienisch mit einigen sizilianischen Worten geführt. „Ich habe vorgestern
noch ein Haus rein bekommen. Eine Villa mit direktem Zugang zum See und somit
mit einem unverbaubaren Panoramablick auf den See. Ganz ehrlich, das Objekt ist
ein Gedicht. Als ich es gesehen habe, habe ich sofort an euch gedacht. Dazu
gehört ein 5000 qm großer Park ähnlicher Garten. Es gibt zwei gleich große
Etagen mit jeweils 233 qm und die Villa ist komplett eingerichtet. Der jetzige
Besitzer ist ein Mailänder Bänker, der zu seinem eigenen Bedauern, aus
Zeitgründen die Villa nun verkaufen will. Noch habe ich sie nicht fotografieren
lassen und es weiß außer euch niemand am See, das dieses Schmuckstück verkauft
werden soll. Die Frage ist nun, möchtet ihr euch die Villa in der Nähe vom Ort
Belgirate einmal ansehen?“ „Ja, das machen wir.“ „Wie…, das machen
wir?“, fragte Bernardo ihn fast entsetzt. „Lass uns die Villa
ansehen, warum denn nicht?“ „Michele hat Recht“,
pflichtete Maria ihm bei. „Ihr drei macht mich
irre!“, kam es von Bernardo. „Wieso ihr drei? Ich
habe doch noch gar nichts gesagt“, reagierte Gianna. „Ich sehe doch schon
deine Blicke, das reicht schon. Du musst nichts mit dem Mund sagen, deine Augen
sprechen schon von ganz alleine!“ „Melanie“, sagte
Maria. „Das ist jetzt nicht
gerade wenig“, antwortete sie und wollte es am liebsten nicht sagen müssen. „Ich finde, ihr drei
übertreibt es jetzt. Wir kaufen jetzt hier das Haus und damit ist es doch dann
gut“, kam es von Bernardo. „Können wir uns die
Villa leisten?“, fragte Michele listig nach. „Auf alle Fälle, sonst
würde ich sie euch nicht anbieten“, antwortete Melanie. „Kann Michele sich die
Villa auch alleine leisten, auch wenn sie für zwei Personen zu groß ist?“,
fragte Gianna nach. „Ich glaube ja, da bin
ich mir aber nicht ganz sicher.“ „Ich habe mein Leben
lang gespart, ich beteilige mich dann daran“, kam es von Maria. „Wie bitte…?“, fragte
Bernardo überrascht. „Wenn du nicht
möchtest, ich könnte es mir vorstellen und würde dann mit den beiden nach
Belgirate ziehen“, sagte Maria. „Ja, wie…, ohne mich?“ „Du kannst ja hierbleiben
und jeden oder jeden zweiten Tag zu uns kommen.“ „Ich habe keinen
Führerschein!!“ „Dann nimmst du halt
ein Taxi“, erwiderte sie ihm und sich an Melanie wendend. „Wenn ihr spontan
wollt, heute, ich hätte Zeit.“ „Klingt doch gut,
oder?“, fragte sie in Richtung Gianna und Michele. „Wir frühstücken noch
zu Ende und kommen nachher zu dir, dann fahren wir ‚vier‘ dort hin“, sagte
Michele mit einem breiten Lächeln im Gesicht und hatte das Wort ‚vier‘ extra
betont. „Und was ist mit
mir?“, fragte Bernardo. Montag, 10.40 Uhr Es war niemand da als
Heike und Gördi wieder im Büro ankamen. Einen Zettel mit einem Hinweis wo die
anderen sein könnten lag auch nirgendwo. Heike fiel Petra ein, die
wahrscheinlich noch immer alleine in Eckerhard´s Büro saß. Sie ging hin, um
nachzusehen. Petra war wie erwartet dort und hatte den ganzen Schreibtisch
voller aufgeschlagener Aktenordner. Verdutzt schaute sie auf. „Das sieht ja hier
schlimm aus“, ließ Heike hören. „Das ist es auch. Zu
Anfang habe ich noch gedacht, ich wäre blöd und würde Gespenster sehen, dann
habe ich zu mir gesagt, Petra, konzentrier dich und fang noch mal von vorne an.
Das habe ich getan und jetzt komme ich nicht mehr aus dem Staunen raus“, antwortete
Petra. „Was heißt das jetzt?“ „Der Adams hat hier
Sachen am Laufen gehabt, das ist schon nicht mehr feierlich. Das zieht immer
weitere Kreise. Ich komm schon nicht mehr nach, alle Machenschaften
aufzuführen.“ „Ach, du Scheiße“, kam
es von Heike. „Dann muss dir Lüppi
nachher jemanden zur Seite stellen“, reagierte Gördi. „Wo sind denn alle,
weißt du das?“, fragte Heike. „Nein, keine Ahnung.
Ich wusste ja schon nicht, dass niemand im Büro ist“, antwortete Petra. „Wir sprechen gleich
mit ihm, wenn er zurückkommt“, versprach Gördi. Montag, 11.50 Uhr Bernardo Carbone, Maria Damico, Michele Alessandro Mascali und Gianna
Rizzi kamen alle gemeinsam mit Gianna´s Freundin Melanie an der Villa an. Bernardo war natürlich mitgekommen, denn
alleine im Haus wollte er ja auch nicht bleiben. Die drei Frauen hatten sich
hinten die Rückbank geteilt. Melanie hatte Michele auf ein großes schwarzes
Schmiedeeisentor zufahren lassen. Mit dem Betätigen eines Handsenders fuhr das
große Tor links zur Seite. Vom Tor aus war das Grundstück nicht einsehbar, da
eine hoch gewachsene Hecke die Sicht auf die weitere Zufahrt und dem
Gebäudekomplex verhinderte. Nach einigen Metern an der Hecke vorbeifahrend,
kamen sie an einem mit Weinreben überdachten 3fach Carport an. Dort sollte er
den Wagen abstellen. Nachdem alle fünf ausgestiegen waren schauten die vier auf
einen im Rasen gepflasterten Weg, der zu einem schmiedeeisernen Zaun führte.
Dahinter sahen sie zwei in hell terracottafarbene eingeschossige Gebäude. Bis
auf Michele gingen alle auf den offenstehenden Zaun zu. Michele schaute sich
den im Schatten stehenden dunkelblauen
Mercedes 280E mit beige farbiger Innen-Ausstattung unter dem Carport an und
ließ von dort aus seinen Blick einmal von rechts nach links schweifen. Das
Grundstück mit seinen 5000 qm erstreckte sich am See entlang. Weiter oberhalb
hörte er ganz leise das Rauschen von dem Straßenverkehr von der Küstenstraße,
die sich hinter einer weit oben gelegenen Hecke befand. Gianna war als erstes
aufgefallen, dass ihr Michele stehen geblieben war. Sie ging zu ihm zurück. „Ich komme mein
Engel“, sagte er zu ihr als er sah, sie kam auf ihn zu. „Was ist los?“, fragte
sie ihn. „Ich habe mich
umgesehen. Das ist hier schon wahnsinnig schön.“ „Dieser Teil des
Hauses beinhaltet eine kleine und eine größere Bediensteten-Wohnung. In der
größeren wohnt das Ehepaar Bruni. Sie kümmert sich ums
Hausinnere und er um den Garten. Beide wohnen kostenlos hier und bekommen ein
überschaubares Gehalt“, informierte Melanie. „Was ist in dem
zweiten Gebäude dort?“, fragte Maria. „Das ist das Gästehaus
mit vier Doppelzimmer mit jeweils einem eigenen Bad und einem kleinen Salon für
alle“, antwortete Melanie. „Oh, das ist ja sehr
praktisch für dich, Bernardo“, sagte Michele und dieser ahnte, was sein Freund
meinte. „Danke, das ist toll“,
reagierte dieser. „Michele hat Recht,
dann musst du abends gar nicht mehr zu dir zurückfahren, wenn du uns besuchen
kommst, dann kannst du in einem der Gästezimmer schlafen“, stieg Maria mit auf
den Spaß ein und Gianna ergänzte noch. „Und du kannst dich
dann viel besser mit Giacomo unterhalten, wenn er mal wieder hier ist.“ „Darf ich nicht bei
dir schlafen?“, fragte er seine Maria und war sich nicht mehr sicher, ob es
Spaß oder Ernst war. „Darüber denke ich
dann mal nach“, bekam er von ihr zur Antwort. „Kommt mal bitte mit“,
sagte Melanie und ging voran. Dies taten die vier und waren verblüfft als sie
zwischen den beiden Gebäuden hindurch auf das große Gebäude zugingen. Dieses
Gebäude war ebenfalls hell terracottafarbig gehalten. Über die ganze
Länge war es auch eingeschossig, nur in der Mitte war ein Obergeschoss zu
sehen. Als alle vier vor dem Hauptgebäude standen sahen sie den großen Park
ähnlichen Garten mit einem großen Schwimmbecken. Auch wenn es November war und
man nicht mehr draußen auf den „Mein Gott ist das
schön hier“, sagte Maria mit Begeisterung. „Das ist ja der
Wahnsinn hier“, fand selbst Bernardo. „Der Garten ist ja
größer als das San-Siro-Stadion“, entfuhr es Gianna und dachte dabei an ihren
einzigen Besuch im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand, was im Volksmund auch
San Siro genannt wird. „Das ganze Gebäude hat
alleine 466 qm oder mit den Nebengebäuden?“, fragte Michele nach und schaute an
dem langen Gebäude entlang. „Das Gebäude hat auf
dieser hier zu sehenden Ebene 233 qm. Darunter sind noch einmal 233 qm und der
Turm ähnliche Teil dort oben hat auch noch mal 50 qm plus den beiden
Außenterrassen. Die beiden Nebengebäude sind Quadratmetermäßig nicht
mitgerechnet und kommen zusätzlich“, antwortete Melanie. „Welche Orte sind das
dort drüben?“, fragte Gianna nach und hatte einen solchen Ausblick von dem Teil
des Sees noch nie gesehen und das, obwohl sie an dem See immer gelebt hatte. „Von links nach rechts
seht ihr den Ort Arolo, daneben den Ort Sasso Moro. Direkt gegenüber liegt der
Ort Piano. Weiter rechts ist der Ort Bozza di Bogno. „Und wo genau ist der
Ort Belgirate, wozu hier das Haus gehört?“, fragte Maria nach. „Rechts von hier die
Landstraße runter, noch ein paar Kilometer“, antwortete Melanie und führte die
vier nach einer längeren Weile durch das ganze riesige Gebäude. „Selbst der Blick von
hier ist ein Traum!“ „Soso!“, sagte Michele „Hört, hört“, sagte
Gianna. „Du versuchst uns doch
jetzt nicht sagen zu wollen, es gefällt dir hier noch besser als da wo wir
jetzt sind?“, fragte seine Maria nach. „Ja, ich muss zugeben,
es ist hier wirklich verdammt schön. Es ist schon schön am Haus oberhalb
Cannero Rivera, aber das hier ist ja der Wahnsinn“, antwortete Bernardo. „Was soll das Ganze
denn jetzt kosten?“, fragte Gianna mit leiser Stimme nach. „Alles zusammen, mit
allen Möbeln, allem Geschirr, allen Kristallgläsern, allen Ölgemälden, allen
Dingen die sich jetzt im und am Haus und den beiden Nebengebäuden befinden…,
insgesamt…, 8 Milliarden Lire!“, sagte Melanie „Mmh…!“, ließ Michele
von sich hören und nahm seine Gianna in den Arm. „Ich hatte jetzt mit
mehr gerechnet.“ „Bitte… was?“, entfuhr
es ihr. „Ganz ehrlich, ich
hatte jetzt auch schon mit zweistelligen Milliarden gerechnet“, hörten alle
vier Bernardo sagen. „Schön und da du dir
das ganz locker leisten kannst, möchte ich, dass wir vier diese Villa hier
kaufen!“, sagte Maria in einem bestimmenden Tonfall zu ihm. „Das weiß ich und da
ich dich nicht verlieren möchte, nehmen wir sie, wenn ihr zwei es auch wollt?“,
sagte und fragte Bernardo. „Wir machen dann
Halbe, Halbe“, meinte Michele. „Das muss nicht.
Vorschlag, es gehört uns beiden, aber du zahlst ¼ und ich ¾. Was meinst du?“,
erkundigte sich Bernardo. „Einverstanden, mein
Freund“, sagte Michele zu ihm. „Allerdings, unter
einer Bedingung, meine Liebe.“ „Und die wäre?“,
fragte sie. „Das wir zwei
heiraten.“ „Dann frag mich doch
mal endlich“, erwiderte sie ihm. „Möchtest du, liebste
Maria, meine erste und einzige Frau werden?“ „Ja, natürlich möchte
ich das. Ich dachte schon du fragst mich nie mehr“, antwortete sie und küsste
ihn. „Wir waren noch gar
nicht im Turm oben“, machte Gianna wenig später darauf aufmerksam. „Davon ausgehend, dass
wir vier das Anwesen kaufen werden, wird es unser Hauptwohnsitz sein“,
antwortete Bernardo noch immer zur leichten Überraschung der anderen vier. „Dürfen wir fragen wo
sie herkommen?“, fragte Herr Bruni. „Wir drei sind von
Sizilien“, antwortete er und zeigte dabei auf Maria, Michele und sich und
Gianna sagte von sich aus. „Und ich komme aus dem
Ort Cannero Rivera.“ „Ah, also hier vom
See“, machte Frau Bruni die Feststellung. „Dürfen wir Sie auch
noch fragen, was Sie von Sizilien hierherführt?“, fragte er weiter. „Die wunderschöne
Gegend und das deutlich angenehmere Klima, auf Sizilien wird es im Sommer sehr
warm“, erklärte Bernardo. Montag, 12.10 Uhr Lüppi kam ins Büro
zurück und erfuhr von Heike und Gördi augenblicklich, er müsse Petra eine Hilfe
zur Seite stellen. Er hörte es wortlos, drehte sich postwendend um und ging
wieder. Sein Weg führte ihn zu Silke und Jasmin ins Büro, die sich
hauptsächlich mit Umweltdelikten beschäftigten. Dort machte er nicht viele
Worte. „Hallo, ihr zwei“,
grüßte er, was beide erwiderten. „Ich habe vorhin einen
Fall von Altöl-Entsorgung im Abwasser angefangen“, war ihre Antwort. „Kann das noch etwas
liegenbleiben oder ist das dringend?“ „Das weiß ich nicht…“,
antwortete sie und schaute zu ihrer Kollegin. „Hier bei uns ist
alles dringend, denn schließlich geht es ja hier um unsere Umwelt, aber warum
fragst du, willst du Jasmin schon wieder für einen eurer Mordfälle abziehen?“,
kam es von Silke. „Abziehen ja, aber für
etwas anderes wo deine Hilfe benötigt wird, Jasmin“, antwortete er und Jasmin
stand merkwürdigerweise sofort auf. „Ich habe gehört, du
kannst Hilfe gebrauchen“, sagte er nach der ersten Verwunderung. „Das kann ich in der
Tat“, war Petra´s Antwort. „In Ordnung“, kam es
mal wieder von ihm und schaute Jasmin an. „Jasmin, ich möchte
das du Petra hilfst und ich möchte und das ist wichtig, dass du mit niemanden
über das sprichst, was ihr zwei hier macht. Der Herr Adams ist dir ja schon von
den vielen Tagen im Archiv ein Begriff und die Akten hier sind ja auch von dir
durchgesehen worden“, sagte Lüppi und bekam große Augen von Jasmin zu sehen. „Geht klar, ich werde
Stillschweigen bewahren“, versprach sie und bemerkte. „Aber das sind doch mehr
Akten als die, die ich aus dem Archiv hochgeholt habe, oder vertue ich mich?“ „Ja, das ist richtig,
denn ich habe Fälle der vergangenen Wochen dazu geholt, weil mir das eine und
andere einfiel und aufgefallen ist.“ „Erzähl mal bitte was
du bis jetzt hast“, bat er Petra. „Ich mache es kurz, zu
Anfang habe ich noch gedacht, ich bin bescheuert und sehe Zusammenhänge wo es
keine gibt. Du, Jasmin, und Ulrike, ihr habt ja schon zwölf Fälle entdeckt, wo
ihr euch sicher wart, da würde etwas nicht stimmen. Dazu gehörten ja ein paar
der libanesischen Großfamilien und auch der russischen Mafia. Ein weiterer der
besagten Fälle war ja der Herr Naleppa vom Club ‚Tabledance Universum‘, wo
Gördi bestätigt hat, dass er Bestechungen bei schon einigen Kollegen versucht
hat und bei dem Adams auch damit Erfolg hatte. Jetzt weiß ich, es gibt noch
weitere Verbindungen und das nicht zu knapp. Der Adams hatte zu der albanischen
Hamit-Familie Kontakt und hat die mit internen Informationen versorgt. Des
Weiteren bin ich davon überzeugt, über die Schiene hat unter anderem auch die
Sizilianische Mafia-Organisation um den Herrn Mascali ihre Info´s erhalten.
Egal was ich hier anfasse…, der Scheiß-Kollege Adams hat verdammt viele mit
Info´s versorgt und bei seiner Abteilung der KK12 hatte er überall seine verdammten
Finger drin. Ganz ehrlich, das ist echt schockierend, wenn man sich den Haufen
hier ansieht und immer mehr Zusammenhänge findet.“ „Dann ist es umso
besser, wenn ihr zwei dem Adams jetzt das Handwerk legt und Marcel ihn an die
viel beschriebene Wand nageln kann“, sagte Lüppi und sich an Jasmin wendend.
„Ist das für dich in Ordnung, wenn du mit Petra zusammen den Haufen da noch
einmal durchsiehst?“ „Auf jeden Fall, ich
bin froh das ich von den Umweltdelikten wegkomme“, gestand sie. „Oh…“, war Lüppi
überrascht. „Okay“, sagte sie,
Lüppi ging und schloss die Tür wieder hin sich. „Und, wie seid ihr
jetzt verblieben?“, wollte er wissen. „Wir sind da fertig,
zumal das sowieso nie unsere Angelegenheit gewesen ist“, antwortete Heike. „Das überrascht mich
jetzt etwas. Der Dr. Mechendanz hat keinen Zirkus gemacht?“ „Nein, er stand zum
Schluss von seiner Frau unter Beschuss“, antwortete Heike. „Weil sie verstanden
hat, dass er durch seine frühzeitige Freilassung des Apotheker´s Stievens möglicherweise indirekt für die zertrampelten
Blumen und den Schweinekopf verantwortlich ist“, ergänzte Gördi. „Na dann, wollen wir
mal hoffen, dass durch das Einheizen von Frau Mechendanz der Herr Dr.
Mechendanz in Zukunft keine Straftäter mehr frühzeitig freilässt, denn sonst
müssten die Bochumer Kollegen und wir uns hier irgendwann die Sinnfrage
stellen“, kam es von Lüppi. „Dann kümmern wir uns
ab jetzt wieder um das Waffendelikt“, sagte Heike, womit sie bereits wieder
angefangen hatten. „Was machen denn die
zwei zusätzlichen ungeklärten von den beiden?“, erkundigte sich Gördi und
meinte die ungeklärten Todesfälle von Meik und Björn. „Das könnte etwas
größer werden, die drei da vorne“, sagte Lüppi und meinte Elke, Dieter und
Bernd damit. „Haben auch dreizehn Fälle mit ähnlichem Muster. Die waren aber zum
Großteil alle in der Diskothek in Mühlheim Monning und ein paar wohl auch in
der, an der Frohnhauser Straße.“ „Was heißt das jetzt,
haben die alle in zwei oder mehr Diskotheken schlechte Cola´s getrunken, oder
was?“, fragte er so, als wenn er von den Drogen auf dem Zoo-Parkplatz auf
Duisburger-Stadtgebiet nichts wüsste. „Schlechte Cola´s
werden das nicht gewesen sein“, sagte Heike und fragte bei Lüppi nach. „Ja, warum kennst du
die auch?“, fragte er zurück. „Dann kann das nur der ‚Lila Elefant‘ sein, denn sonst gibt es dort keine andere.“ „Heißt das, du kennst
diese Disco?“ „Ja, ich war, bevor
ich nach Frankfurt gegangen bin, des Öfteren mit meinem Ex dort.“ „Weißt du, ob es da
Drogen gab?“ „Im ‚Lila Elefant‘
selbst nicht, da achtet der Besitzer und die Türsteher drauf, aber man sagte,
auf dem nahegelegenen Parkplatz gibt es welche und genau dort parken die
meisten ‚Lila Elefant‘ Besucher“, erklärte Heike. „Das ist doch der
Parkplatz vom Duisburger Zoo, der auf der anderen Seite der Autobahn ist“,
erinnerte sich Gördi. „Stimmt genau, mein
Gerhard“, bestätigte Heike. „Und im unteren Teil
des Parkplatzes, also näher zur Autobahn hin, stehen ab spätem Abend immer die
Nutten.“ „Ach, das weiß du
auch. Ich weiß ja nicht was ich jetzt dazu sagen soll“, reagierte Lüppi
sichtlich künstlich empört. „Bei denen war ich
nie, die sahen alle so aus, alles wenn die alle was genommen hätten.“ „Was mein, lieber
Gerhard, meinst du denn mit, da war ich nie? Wo bitte warst du denn zum…, na,
du weißt was ich meine?“, fragte Heike nach. „In der Stahlstraße,
bevor ich etwas mit Frau Becker, von dem Mordopfer Alfred
Becker, etwas angefangen habe. Die backte auch immer lecker.“ „Das hast du mir
erzählt, ich meine von der Stahlstraße.“ „Na, da siehste, dann
weißt du jetzt alles.“ „Aber seit wir zwei
zusammen sind, hast du ja wohl nicht mehr solche Damen besucht, will ich
hoffen“, sagte sie zu ihm. „Nein, habe ich nicht,
denn ich liebe dich. Außerdem…, selbst wenn ich gewollt hätte, ich könnte ja
gar nicht, da wir zwei immer zusammen sind und ich jeden zweiten bis spätestens
dritten Abend meinen Mann stehen muss“, kam es von Gördi und Lüppi musste grinsen. „Hallo…, geht’s noch?
Musst du das vor Lüppi heraus posaunen?“, fragte sie ihn. „Er ist mein und unser
Freund…“, erwiderte Gördi. „Was heißt das…, ihr
redet über euer Liebesleben?“, fragte Heike nach und schaute beide abwechselnd
an. „Haben wir auch schon
drüber gesprochen“, bestätigte Lüppi. „Bei dem Gespräch, als
meine Ex die Geschichte mit Frau Becker herausgefunden hatte, war sogar Torti
mit dabei“, klärte Gördi seine Heike auf. „Jetzt bin ich platt“,
kam es von ihr. Montag, 14.10 Uhr Bernardo Carbone,
Maria Damico, Michele Alessandro Mascali und Gianna Rizzi waren nach einem
Einkauf im Supermarkt wieder am Haus angekommen. Gianna´s Freundin, Melanie
Zenatti, hatten sie unten im Ort abgesetzt. Beim Ausräumen der Einkäufe aus dem
Wagen und danach bei dem Einräumen der Lebensmittel in die Küche sagte Maria.
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